Historisches über Lipp
Übernommen von www.bedburg.de

Freiwillige Feuerwehr Lipp - Millendorf
1901-2001

 

Historisches zum Schunkenbaum


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Lage von Lipp/Millendorf innerhalb von Bedburg

 

 

Bis vor dem letzten Kriege gehörten Etgendorf, Millendorf und Oppendorf mit dem Schunkenhof und der Gaulshütte zur damals noch selbständigen Gemeinde Lipp. Lipp ist eine der ältesten Siedlungen im Erftkreis und wohl keltischen Ursprungs. Das beweist der von dem Bachnamen "Luppa "hergeleitete Ortsname (F. Haberich). Der Lipper Bach bildet sich in Etgendorf aus zwei kleineren Bachläufen und fließt über Millendorf nach Lipp, wo er sich nach Bedburg zur Erft hinwendet. Urkundlich erscheint Lipp zuerst 1131, als der Kanoniker Werinbold seinem Stift St. Gereon in Köln "molendinum unum in Gilgove inter Trosthorp et Luppe" schenkt.

In Lipp besaßen die Herren von "Luppe" bis ins 14. Jh. einen befestigten Burghof. Von ihm kündet das Lehens-Offenhaus-Angebot des Kuno von Pütz als dessen Käufer an den Markgrafen Wilhelm von Jülich (1343). 30 Jahre vorher hatte ein anderer Jülicher Graf, Gerhard, Güter mit der Gerichtsbarkeit zu Lipp vom Ritter Werner Princel erworben, als er von Kaster aus seine Herrschaft abrundete. So blieb Lipp mit den vorgenannten Dörfern bis zur Franzosenzeit beim Gericht Königshoven im Jülicher Amt Grevenbroich.

Die katholische Pfarrkirche St. Ursula auf einer baumbestandenen Anhöhe in Lipp kann auf eine lange Baugeschichte zurückblicken. Der Ursprungsbau, eine romanische Pfeilerbasilika (Ende 12. Jh.), die 1242 als Pfarrkirche bezeugt wird, bildet den Kern der heutigen Kirche. Als Motive für die Wandmalereien im Chor wählte der Maler des 13. Jh. die Ursulalegende, eine "Majestas Dei" und Apostelgestalten.

Die alte Burgsiedlung Millendorf, westlich von Lipp, weist überwiegend Backsteinbauten des 19.Jh. auf. Das barocke Wohnhaus mit hohem Satteldach der Viereckanlage des Ivenhofes hat ausgesprochenen Denkmalwert (Ende des 17. Jh.). Neben dem heutigen Ivenhof lag am Westausgang von Millendorf ein älterer Gutshof.

Das Kölner Erzstift besaß auch einen Hof in Middelendorp, den einer seiner Lehnsmänner verwaltete. Im 15. Jh. waren dies die v. Harff zu Middelsdorp, denen bis 1784 die v. Blittersdorf folgten. Dieser am Nordostausgang des Dorfes gelegene Hof besteht nicht mehr. Für die heutigen Hofanlagen kann der Hof Rixen (Anfang 19. Jh.) beispielhaft aufgeführt werden, dessen Geviert teilweise noch von Fachwerkbauten umschlossen wird.

Im nahegelegenen Oppendorf besaß das Kölner Gereonsstift einen Gutshof mit Mühle, der nach ihm benannt war. Er ging 1802 in Privathand über und heißt seitdem Schunkenhof. Er war durch seine Pferdezucht weithin bekannt. Mit Ausnahme der freistehenden Hofkapelle St. Hubert, einem kleinen Putzbau mit dreiseitigern Chor, Schweifgiebel und Dachreiter (18. Jh.), sind alle anderen Hofgebäude aus neuerer Zeit. Der südlich des Schunkenhofs an der Straße nach Kirchtroisdorf gelegene Gutshof Gaulshütte trägt seinen Namen nach dem Besitzer Dahm Gauls, der 1543 urkundlich erwähnt wird.

Gut Etgendorf, im Westen in freier Feldflur baumumstanden gelegen, war einst Lehnsgut des Kölner Gereonsstiftes. Sein Lehnsman, der Kölner Patrizier Bruno Kleingedank, verwaltete das Stiftsgut "Etkendorp", als die Kanoniker es dem Prämonstratenserinnenkloster Reichenstein bei Monschau verkauften (1216). Nach mehrfachem Besitzerwechsel erwirbt der 1604 geadelte Jülicher Rat Peter Simon Ritz zu Niederembt die Güter. Er läßt an der Südostecke des Gebäudequadrums seiner wasserumwehrten "adeligen Seß" ein neues Herrenhaus errichten. Nur der Eckturm an der Ostseite mit starkgeschweifter Schieferhaube kündet noch vom ursprünglichen Wehrcharakter.

 

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