100 Jahre

Freiwillige Feuerwehr Lipp - Millendorf
1901-2001

Die Chronik

1951 - 1962

Motto: Retten, Löschen, Bergen, Schützen -

100 Jahre im Dienst der Allgemeinheit


1951
- 1962 

Im Jahre 1951 wurde die Freiwillige Feuerwehr Lipp-Millendorf 50 Jahre alt. Dieses Jubelfest wurde zusammen mit dem ersten Kreisfeuerwehr-Verbandstag im Feuerwehrverband Nordrheinwestfalen begangen. An drei Tagen stand das ganze Dorf im Zeichen der Wehr. 

Die Berichterstattung in der örtlichen Presse und die Teilnahme der Bevölkerung geben ein beredtes Zeugnis für die Beliebtheit unserer Feuerwehr. Selten konnte ein Jubiläum in unserem Dorf in einem derartig festlichen Rahmen gefeiert werden.


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Das ganze Dorf machte mit. In der Volksschule wurde ein Theaterstück aufgeführt, das ganz auf die Lipper Feuerwehr zugeschnitten war. Sollte dies etwa ein kluger Vorgriff auf die 1999 zu gründende Jugendfeuerwehr gewesen sein?

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet:

"Die gewittrige Schwüle des Samstags wurde gegen 18 Uhr durch einen leicht einsetzenden Regen abgelöst. Es war eben zu derselben Zeit, als die Feuerwehr Lipp-Millendorf sich zum Umzug anschickte, womit das 50jährige Jubelfest seine offizielle Einleitung fand. Durch die erneuten Regenschauer bot auch der Festplatz kein schönes Bild, andererseits ermahnte er die Besucher, daß infolge der heruntergekommenen Wassermassen in diesen Tagen die Lipper Wehrmänner vor 48 Stunden noch im ersten Einsatz gestanden haben.

Trotz allem nahm auch die Jubilarehrung seinen programmmäßigen Verlauf, wobei in liebenswürdiger Weise auch der Männer-Gesang-Verein Lipp mitwirkte.

Es sprachen Ortsbürgermeister Neukirchen, Amtsbürgermeister Freund, Kreisbrandmeister Kreiterlinng, Amtsbrandmeister Schmitz und Amtsoberinspektor Lames. In Anbetracht seiner Verdienste um das Feuerlöschwesen wurde Herr Neukirchen zum Ehrenbrandmeister ernannt.

Als einziger Mitbegründer konnte Oberfeuerwehrmann Lambert Smeets (Oppendorf) besonders geehrt werden."

Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Johann Krichel, Lambert Breuer und Josef Schläger geehrt.


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Ehrengäste der Veranstaltungen waren der stellvertretene Landrat H. Schmidt, Kreisrechtsrat Dr. Gottstein, Amtsbürgermeister Klütsch und der Landtagsabgeordnete F. Justen.

"Als nach der Kreistagung sich der große Festumzug mit zahlreichen motorisierten Fahrzeugen durch Lipp und Millendorf bewegte, bildeten zu beiden Seiten der Straßen Hunderte von Menschen eine festliche Kulisse.

Nach der Auflösung des Festzuges fand auf dem Festplatz eine große Übung statt. Zu diesem Zweck hatte man eine Attrappe aufgebaut, welche ein Wohnhaus mit Schuppen darstellte. Hier waren feuergefährliche Stoffe gelagert und in Brand geraten.

Durch Sirene wurde die Freiwillige Feuerwehr Lipp-Millendorf alarmiert, die der ersten Löschangriff vornahm. Sodann wurde angenommen, dass das Feuer sich weiter ausdehne. aus diesem Grund wurde die motorisierte Bedburger Wehr herangeholt und später noch die Bergheimer Wehr, die mittels eines Tankfahrzeuges den "Brand" mittels Schaum löschen konnten."

So stand es im Kölner Stadt-Anzeiger:
"Neues Gerätehaus eingeweiht. Feuerwehr der Gemeinde Lipp erlebte die Erfüllung eines langgehegten Wunsches."

Für die Freiwillige Feuerwehr Lipp-Millendorf war Sonntag, der 14. März 1954 ein überaus wichtiger Tag. Endlich war es soweit. Das neue Gerätehaus wurde eingeweiht.

Flankiert von den Fahnen des Bundes und des Landes und beschriftet mit dem alten Wahlspruch der Feuerwehr: 
"Einer für alle, alle für einen. Ob bei Sturm, Unwetter oder Brand, stets bereit für Heimat, Volk und Vaterland".

So erwartet das neue, schmucke Gebäude die zahlreichen Gäste und die Bewohner der Gemeinde, die zu den Einweihungsfestlichkeiten gekommen waren. Gegen 15 Uhr meldete Brandmeister Jakob Neukirchen seinem Vater und Bürgermeister Friedrich Neukirchen (Ehrenbrandmeister der Wehr): "Herr Bürgermeister, die Feuerwehr ist zur Einweihung des Gerätehauses angetreten".

Der Bürgermeister dankte allen, die sich um das Zustandekommen des Bauwerkes verdient gemacht hatten, um dann die Schlüssel zu übergeben und die Tore weit öffnen zu lassen, damit Pfarrer Franz Schreyer die kirchliche Weihe erteilte.

Kreisbrandmeister Kreiterling überbrachte herzliche Glückwünsche und wünschte den "roten Hahn" weit fort. Amtsbrandmeister Schmitz lobte den vorzüglichen Stand der Lipp-Millendorfer Feuerwehr. Amtsdirektor Kniep übermittelte die besten Wünsche der Verwaltung und versicherte der Wehr das größte Wohlwollen für zukünftige Aufgaben. Danach besichtigten die Gäste das geräumige Haus und trafen sich bei Klüttermann zum Umtrunk."

Aber noch immer hatte die Wehr kein motorisiertes Fahrzeug. Durch die Vermittlung des Paffendorfer Reichsfreiherrn von dem Bongart konnte in Köln ein alter Horch gekauft werden. In Eigenleistung wurde dann aus dieser "Staatskarosse" unser erstes Feuerwehrauto. Dieser "rote Teufel" hat uns viele Jahre gute Dienste geleistet. Bei zahlreichen Kreisfeuerwehrtagen genoss dieses Fahrzeug größte Aufmerksamkeit.

Noch heute wird bei Zusammenkünften älterer Kameraden mache Anekdote  über dieses wohl einmalige Feuerwehr-Fahrzeug erzählt.

Eine schwere Zeit aber hatte die Wehr 1959/1960 durchzustehen, als im Verlauf einer Brandserie im Raum Lipp, Niederembt und Kirchherten viele Feldscheunen abbrannten und unsere Wehr fast rund um die Uhr in Bereitschaft oder im Einsatz war. Als in Lipp eine Scheune brannte, war auch der WDR mit einem Fernsehteam für die Sendung "HIER und HEUTE" anwesend. Brandmeister Jakob Neukirchen und Peter Uerlings wurden interviewt. Bei der abendlichen Ausstrahlung des Berichtes saß fast ganz Lipp vor den Fernsehern.

1961 trat Jakob Neukirchen vom Amt des Brandmeisters zurück. Schon immer hat die Wehr großen Wert auf dei Mitarbeit von jungen Wehrmännern gelegt. So wurde nach bestandener Brandmeisterprüfung Alfons Schramm neuer Chef der Lipper Wehr. Gleichzeitig mit diesem Führungswechsel galt es, eine größere aus dem aktiven Dienst ausscheidende Anzahl von Wehrmännern durch die 1959 eingestellten Jungfeuerwehrmännern zu ersetzen. Dieser Generationswechsel wurde reibungslos bewältigt. Über viele Jahre bildeten diese ehemaligen Jugendfeuerwehrmänner das Rückrat unserer Wehr.

1962 konnte der "rote Teufel" außer Dienst gestellt werden. Er wurde bei der Fa. Nelles in Köln verschrottet.

 

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