100 Jahre

Freiwillige Feuerwehr Lipp - Millendorf
1901-2001

Die Chronik

1939 - 1950

Motto: Retten, Löschen, Bergen, Schützen -

100 Jahre im Dienst der Allgemeinheit


1939
- 1950 

Der 2. Weltkrieg

Mit dem Überfall deutscher Truppen auf Polen beginnt am 01. September 1939 der grausame 2. Weltkrieg.

Wieder mussten Männer aus unserem Dorf in den Krieg ziehen. Schon bald gab es erste Meldungen über gefallene, vermisste und verwundete Soldaten.

Am 29. November 1940 erfolgte der erste Fliegerangriff auf unseren Ort. Das Transformatorenhaus wurde beschädigt.

Unterbrandmeister Theo Blind war jetzt Chef der Wehr. Die Wehr wurde unterstützt durch die HJ-Feuerwehr und durch eine Ergänzungsmannschaft.

1943 erfolgten die schwersten Luftangriffe auf unsere Heimat. So fanden am 8. April, am 26. Mai und 12. Juni, sowie im Jahre 1944 am 28. Oktober und 06. November große Fliegerangriffe auf Lipp und Millendorf statt. Der letzte Luftangriff auf Millendorf und den Schunkenhof war am 24. Februar 1945. 

Die Feuerwehr hatte zahlreiche Einsätze und musste oft an mehreren Stellen gleichzeitig löschen. Trotzdem brannten einige Häuser völlig aus.

Trotz aller Belastungen hat unsere Feuerwehr im 2. Weltkrieg vorbildliches geleistet.

In den letzten Februartagen des Krieges wurde unsere Pfarrkirche schwer beschädigt. Der Turm und die Westseite erhielten 10 Treffer. der Turmhelm wurde heruntergeschossen, fiel auf den Friedhof und brannte aus.

Durch das schnelle Eingreifen der Löschmannschaften konnte ein Übergreifen des Feuers auf die Kirche verhindert werden.

Ziegeleibesitzer Wiemann stiftete später Steine, der Turm wurde repariert und trägt bis heute die flache Ersatzhaube.


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Im März 1945 endeten die Kämpfe um Lipp-Millendorf.

Die Schulchronik berichtet über den Einmarsch amerikanischer Truppen in Lipp-Millendorf:

"Am Morgen des 1. März 1945 hörte das Artilleriefeuer auf. Gegen 9 Uhr besetzten die Amerikaner, über Pütz kommend, unser Dorf. Die Bewohner von Millendorf und Gaulshütte mussten vor dem Ivenhof antreten. die Bewohner von Lipp wurden in die Schule getrieben. Dann haben die fremden Truppen alle Häuser, vom Keller bis zum Speicher, durchsucht."

Bei dieser Untersuchung fanden die Amerikaner den Degen von Brandmeister Gottfried Schmitz und nahmen diesen "Kriegsgegenstand" mit.

Kurz nachdem die Siegermächte die Gründung von Feuerwehren erlaubte, konnte die Lipper Feuerwehr ihren Dienst wieder aufnehmen.

Die materielle Ausstattung der Wehr war mehr als bescheiden. nur durch persönlichen Einsatz der Kameraden konnte die Einsatzfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr Lipp-Millendorf aufrecht erhalten werden.

Brandmeister war Friedrich Neukirchen aus Millendorf, der bereits am 05. Juni 1917 Mitglied der Wehr wurde. Er konnte auf bewährte Kräfte zurückgreifen, integrierte aber auch Flüchtlinge und Vertriebene in die Löschmannschaft. Sicherlich eine der großen sozialen Leistungen in dieser Zeit.


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1947 mussten die Wehrmänner mehrere Tage eingesetzt werden. Durch starke Regenfälle und Wassermassen der Schneeschmelze wurde der friedliche Pützbach zu einem reißenden Gewässer. Die Talsenke der "Lubbe" wurde überflutet und das Hochwasser bedrohte Häuser in Oppendorf, Lipp und Millendorf.

Das Gerätehaus auf dem Schulhof erwies sich als zu klein. Bereits 1949 plante Hauptlehrer Eduard Beerbaum im Rahmen eines Schulneubaus einen neuen "Schuppen" für die Feuerwehr. Heiße Diskussionen begleiten dieses Vorhaben. Die Bezirksregierung in Köln verwarf diese "Kleine Lösung".

Seit der napoleonischen Zeit gehörte Lipp zum Amt Königshoven. 1950 entbrannte um diese Zugehörigkeit ein erbitterter Streit.

Bleibt Lipp im Amt Königshoven oder bildet Lipp zusammen mit Bedburg das neue Amt Bedburg? Jede Seite führte gute Argumente an. Letztlich lag die Entscheidung aber bei der betroffenen Bevölkerung der Gemeinde Lipp. Unter Vorsitz von Bürgermeister Neukirchen entschied sich die Versammlung für offene Abstimmung, in der sich die Bevölkerung klar für Bedburg entschieden hat.

Dieser Bürgerentscheid hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Feuerwehr. Bisherige Zuständigkeiten galten nicht mehr, neue Zuständigkeiten mussten erarbeitet werden. Für die Wehr bedeutete dies eine große Umstellung.

Jetzt konnte auch der Plan zum Bau eines neuen Gerätehauses weiter verfolgt werden.

In einer denkwürdigen Sitzung beschloss der Gemeinderat 1950 sowohl den Neubau eines Gerätehauses wie auch den Bau der Siedlung (der heutigen Straße Schulpfad).

Nachdem mit Familie Offermanns aus Millendorf die Grundstücksfrage geklärt, wurden erste Pläne erstellt. Jetzt musste sich um die Finanzierung gekümmert werden.

Bis zur Realisierung des ehrgeizigen Bauvorhabens vergingen noch einige Jahre.

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