100 Jahre

Freiwillige Feuerwehr Lipp - Millendorf
1901-2001

Die Chronik

1993 - 2001

Motto: Retten, Löschen, Bergen, Schützen -

100 Jahre im Dienst der Allgemeinheit


1993 - 2001

Durch die A61hat sich unser Aufgabenbereich erweitert. Alleine durch den Zubringerverkehr gibt es mehr Unfälle bei denen wir retten, löschen, bergen und schützen müssen. Ein schwerer Unfall ereignete sich bei der Einmündung L 279 - Erkelenzer Straße. Eine aus Richtung Grevenbroich kommende Autofahrerin missachtete beim Abbiegen die Vorfahrt eines entgegenkommenden VW-Golf.

Im Kreuzungsbereich stießen die Fahrzeuge zusammen und beide Fahrer wurden mit schweren Verletzungen ins Bedburger Krankenhaus gebracht. Beide Fahrzeuge wurden total beschädigt.

Nach Bergung der Verletzen haben wir auslaufendes Öl abgebunden und anschließend die Fahrbahn gesäubert.


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1994 wurde unser Löschzugführer Hauptbrandmeister Reinhard Schramm zum stellvertretenden Stadtbrandmeister ernannt.

Am 02. Juni 1994 hatten wir die Ehre anlässlich der Fronleichnamsprozession und der Glockenweihe von St. Lambertus in Bedburg das Allerheiligste durch unseren Himmel zu beschützen. Wir durften so den Herrn Erzbischof von Köln Joachim Kardinal Meisner begleiten.

1995 begannen wir mit den Vorbereitungen zur Gründung einer Jugendfeuerwehr in Lipp-Millendorf. Denn nur wenn weiterhin junge Menschen ihren Dienst in der Feuerwehr leisten, kann die Sicherheit der Bevölkerung auf Dauer gewährleistet und das Fortbestehen unseres Löschzuges gesichert werden.

Gerade in unserer Zeit werden junge Menschen mit einer Vielzahl von Informationen und Freizeitmöglichkeiten überfrachtet. Verantwortliches Mitgestalten und das Entwickeln eigener Ideen scheint nicht mehr gefragt zu sein. Mit der Jugendfeuerwehr wollen wir ein Angebot auf sinnvolle Freizeitgestaltung im Dienste der Allgemeinheit anbieten.

Am 09. April 1996 haben wir unseren Pfarrer Monsignore Werner Skorjanz zum Ehrenbrandmeister des Löschzuges Lipp-Millendorf ernannt. In einer Feierstunde im Pfarrsaal wurde als äußeres Zeichen dieser Würde eine Brandmeistermütze überreicht. Seit 10 Jahren ist Monsignore Werner Skorjanz Pfarrer von St. Ursula. In diesen Jahren haben wir der Pfarrgemeinde immer wieder helfen dürfen.

Der neue Ehrenbrandmeister sagte:

"Ich freue mich über diese Auszeichnung, die ich stellvertretend für die Gemeinde annehme. Seit vielen Jahren gibt es herzliche Beziehungen zwischen Kirche und Feuerwehr. Bei jedem Kirchenfest ist der Löschzug dabei. Und wann immer ich eine Bitte habe, die Feuerwehr hilft mir gern."


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Für uns bedeutet die Annahme der Ehrenbrandmeisterwürde durch den Pastor auch die Verpflichtung, dass wir in Zukunft immer dann, wenn "Not am Mann" ist, unsere Hilfe anbieten.

Monsignore Werner Skorjanz ist seit Bestehen unserer Wehr der 3. Ehrenbrandmeister. In der Vergangenheit wurden mit dieser Würde die Brandmeister Josef Schiffer und Friedrich Neukirchen geehrt.

Auf dem Tennenfest 1996 spielte das Heeresmusikkorps 7 aus Düsseldorf. Dieses Platzkonzert war überaus gut besucht. 


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Die Kölner Rundschau meldete:

"Ein Herz für Kinder.

Strahlen konnten die beiden Leiterinnen der AWO-Kindergärten in Lipp. Die Feuerwehr Lipp-Millendorf überreichte den Leiterinnen eine Spende von jeweils 500 DM zugunsten der Kinder beider Einrichtungen.

Anlässlich des 95jährigen Bestehens des Löschzuges Lipp-Millendorf wurde der Reinerlös des Platzkonzertes von Hauptbrandmeister Reinhard Schramm und Oberbrandmeister Jürgen Pautz direkt zu den Pänz gebracht. Schon konkrete Pläne hatte die Leiterin Gudrun Schröder; Sie wolle Spielmaterial zur Förderung der Psychomotorik anschaffen. Leiterin Maria Hintzen-Esser überlegt noch, wie das Geld am besten einzusetzen sei."


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So haben wir wieder einmal unsere Verbundenheit zur Bevölkerung des Stadtteiles Lipp-Millendorf bewiesen. Jährlich unterrichten wir die Kinder beider Kindergärten über die Gefahren über die Gefahren beim Umgang mit Feuer.

Die traditionsreiche Lipper Kirmes hatte im Laufe ihrer Geschichte verschiedene Veranstalter. Zunächst als Tanzveranstaltung zum Abschluss des Lipper Marktes durchgeführt, dann als Schnapskirmes von der männlichen Dorfjugend (Jelooch genannt) veranstaltet, hat unsere Feuerwehr bereits ab 1903 die Tanzveranstaltung zu Kirmesdienstag, den Bohnenball, organisiert.

Zuletzt wurde die Kirmes vom Fußballclub Rot-Weiß Lipp, dem Junggesellenverein und der Feuerwehr gemeinsam durchgeführt. Aber diese Zusammenarbeit war auf Dauer nicht tragfähig genug. So stand nach 1995 die Kirmes vor dem Aus.

Ortsvorsteher Helmut Breuer, selbst seit vielen Jahren Mitglied unserer Wehr, bat die Feuerwehr um Durchführung der Lipper Kirmes.

Seit 1996 sind wir alleiniger Veranstalter der Kirmes. Inzwischen hat die Kirmes ihren alten Stellenwert im Leben unseres Dorfes zurück erhalten. sie ist wieder zum beliebten Treffpunkt aller Lipper von Nah und fern geworden. gleichzeitig wird so Ende Oktober dem Namensfest unserer Pfarrpatronin St. Ursula weltlicher Glanz verliehen.

1998 erwarb Familie Wiersma den Küppershof in Millendorf und wir verlegten den Standort unseres Tennenfestes vom Innenhof vor das Gehöft. Hierzu wird dann alljährlich die Erkelenzer Straße komplett gesperrt. Das Tennenfest findet weiterhin in bewährter Art und Weise statt.

Am 27. Februar 1999 fanden jahrelange Vorbereitungen ihren krönenden Abschluss. Auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr in der Stadt Bedburg im Rittersaal verkündete Stadtbrandmeister Josef Mocken die Gründung einer Jugendgruppe des Löschzuges Lipp-Millendorf. Diese Mittelung wurde mit tosendem Applaus der Feuerwehrkameraden aufgenommen.


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Die Werbe-Post berichtet: "Unter Leitung von Jugendfeuerwehrwart Hubert Hochhausen werden die 15 Jugendlichen in die Arbeit einer Feuerwehr eingeführt."

Das Stadtblatt schreibt: "In ausgelassener Stimmung präsentieren sich alle Anwesenden bei der Feier in der alten Schule anlässlich der Gründung der Jugendfeuerwehr in Lipp. Einschließlich des Bürgermeisters Willy Harren: 'Es spricht für die Feuerwehr und deren Leitung, wenn sich in einem so kleinen Ort 15 Jugendliche für die Wehr engagieren.' Durch das große Engagement von Jugendwart Hubert Hochhausen und mit Unterstützung der Eltern ist innerhalb von vier Jahren eine hervorragend funktionierenden Jugendfeuerwehr in Leben gerufen worden.


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Die Mitglieder des Löschzuges Lipp-Millendorf erfüllt es mit großer Freude und Genugtuung, dass im Rahmen der Feierlichkeiten aus Anlass unseres 100jährigen Bestehens vier junge Männer der Jugendfeuerwehr in den Löschzug übernommen werden können. die jahrelange Arbeit hat sich gelohnt.

In diesen Tagen wird viel vom Ehrenamt gesprochen. Wir begrüßen dies. Wir sind zuversichtlich, dass auch in Zukunft Jugendliche den Weg zu uns finden und Mitglied in der Jugendfeuerwehr werden. Herzlich willkommen.

"Viele Hände haben geholfen" sagte der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Franz Lamla, als die neue Orgel in unserer Pfarrkirche St. Ursula aufgebaut war. 

Zunächst musste die in Einzelteile zerlegte Orgel von Krefeld nach Lipp transportiert werden. Muskelkraft und Fingerspitzengefühl waren gefragt. In Lipp mussten die Einzelteile der bisherigen Orgel von der Orgelempore heruntergeschafft und die zerlegte neue Orgel musste hochgeschafft werden.


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Diese Arbeiten waren nur durch die zahlreich erschienenen Helfer möglich. F. Lamla sagt: "Vor allem unserer Feuerwehr Lipp-Millendorf (wie immer) war mit Mann und Ausrüstung zur Stelle." Ohne diesen Einsatz hätten die schwierigen Arbeiten sicherlich nicht so zügig und erfolgreich durchgeführt werden können. 

Unser Ehrenbrandmeister Monsignore Werner Skorjanz hat in seiner Ansprache bei der Orgeleinweihung allen Helfern, besonders der Feuerwehr, gedankt.

"Immer wenn es brennt, wenn es gilt, Dinge zu bewegen, immer wenn Hand angelegt werden muss, dann ist die Feuerwehr zur Stelle" sagte er.

"Familie wurde im Schlaf vom Feuer überrascht" schrieb die Kölnische Rundschau über den Brand eines Einfamilienhauses am 10. März 2000 auf der Erkelenzer Straße in Lipp. Um 05:10 Uhr wurde ein 34jähriger Mann, seiner 33jährige Frau, der zwölfjährige Sohn und die sieben Jahre alte Tochter verletzt. Besonders schlimm traf es den Jungen. Er wurde mit schwersten Verletzungen in die Klinik nach Köln-Merheim gebracht.

Die Familie war im Schlaf vom Feuer überrascht worden. Das gesamte Hab und Gut fiel den Flammen zum Opfer. Insgesamt waren über 60 Wehrleute aus Kaster, Bedburg und Lipp-Millendorf im Einsatz.


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Als die ersten Wehrmänner eintrafen, schlugen die Flammen schon aus dem Haupthaus. Ein völliges Ausbrennen des Hauses war nicht mehr zu verhindern. Auch das Nebenhaus brannte schon am Giebel, an dem die beiden Häuser verbunden sind. Das Ausbrennen dieses Hauses konnte verhindert werden. Mit Drehleiter und mehreren Löschtrupps bekamen wir das Feuer in den Griff. Gegen 06:45 Uhr hatten wir die letzten Brandnester zu bekämpfen. Nach Schätzungen der Polizei beträgt der Sachschaden ca. 400.000 Mark.

Am 29. Oktober 2000 verabschiedeten wir unseren bisherigen Pfarrer Monsignore Werner Skorjanz in den Ruhestand. er war sichtlich überrascht, als wir ihn zu seiner letzten hl. Messe als Pfarrherrn von St. Ursula mit unserem Feuerwehrwagen in Bedburg abholten.

Intern hatten wir unseren Ehrenbrandmeister bereits einige Tage vorher in unserem Schulungsraum verabschiedet und ihm für die erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Pfarrgemeinde und Löschzug gedankt.

Sehr überrascht war auch unser neuer Pastor Michael Eschweiler, als wir ihn zu seiner Einführung ebenfalls mit unserem Feuerwehrauto abholten.

Mit diesen Gesten wollten wir nachhaltig unsere Bereitschaft zur guten Zusammenarbeit dokumentieren.

Nach nunmehr 100 Jahren Freiwillige Feuerwehr Lipp-Millendorf ist es nun an der Zeit DANKE zu sagen.

Als ein für alle sichtbares Zeichen des Dankes wollen wir, die Mitglieder des Löschzuges Lipp-Millendorf, für unsere Pfarrkirche St. Ursula einen Altar stiften. Dieser soll dann im gotischen Seitenschiff aufgestellt werden. Nachfolgenden Generationen soll dies immer eine Mahnung sein.

Wir danken aber auch der Bevölkerung unseres Stadtteils, dass unsere Arbeit in guten und in schlechten Zeiten unterstützt wurde.

Danken müssen wir auch unseren Familien, die oft auf uns verzichten mussten.

 

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